Bremen, 25. August 2004
Presseerklärung: Bündnis gegen Sozialkahlschlag und Bildungsabbau
ruft zur dritten Montagsdemo am 30. August 2004 um 17.30 am Marktplatz auf
Sehr geehrte Damen und Herren,
anlässlich der Montagsdemonstrationen in vielen Städten rufen wir seit dem 16. August 2004 auch in Bremen zur Montagsdemonstration auf. Bei den ersten zwei Demonstrationen, haben wir sowohl mit Widrigkeiten und als auch Erfolgen zu kämpfen gehabt: Unsere Moblisierung gegen den Sozialkahlschlag ist gleichzeitig auch eine Mobilisierung gegen die PRO -nahe BürgerInitiative „Aufrechter Gang“, die mit allerlei Unappetitlichem im Hintergrund („Weg mit sozialen Hängematten“, „Sozi für alleinerziehende Frauen schädigt die Familie“) „ihre“ Montagskundgebung veranstalten wollen. Das ist ihnen nicht gelungen, da sich die – immer mehr werdenden Teilnehmer/innen unseren Aufrufen, Inhalten und der Demo an den vergangenen zwei Montagen angeschlossen haben.
Wir werden auch in den nächsten Wochen zu Montagsdemonstrationen in Bremen
mobilisieren:
Montagsdemo gegen Hartz IV und Agenda 2010
immer montags 17.30 Markplatz
Unser Anliegen ist, dass auf den Montagsdemos diejenigen zu Wort kommen, die
von Sozialkürzungen und Verdrängungspolitik durch Hartz IV, Agenda
2010 und anderen „Reformen“ sowie steigenden Lebenserhaltungskosten
betroffen sind. Es geht um Milliardensummen, die den Sozialfonds entzogen werden
und die das Lebensniveau von vielen hier lebenden Menschen senken sollen. Die
"Sparpolitik" und der Versuch, den ständig wachsenden Reichtum
für wenige zu reservieren, hat viele Gesichter: für die Einen bedeutet
es eine gravierende Einschränkung bei der Teilnahme am gesellschaftlichen
Leben, für die Anderen hemmt es die persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten.
Für wieder andere bedeutet es die Vernichtung der bisherigen Existenz.
Wenn z.B. eine Abschiebung mit dem Hinweis auf knappe öffentliche Kassen
begründet wird, ist das eine extreme (und zynische) Form der Existenzbedrohung.
Vielen tritt die Verteidigung des Reichtums in Gestalt eines Bollwerks, als
Festung Europa, gegenüber.
Gegen diesen in der Geschichte der BRD bisher nicht dagewesenen Sozialangriff
rufen wir auf, sich zur Wehr zu setzen. Die Montagsdemos können ein Anfang
dafür sein, die Kursbestimmung nicht einer selbsternannten Elite zu überlassen,
sondern uns wieder mehr in Politik einzumischen, sie verstärkt in die eigenen
Hände zu nehmen und gemeinsam darüber nachzudenken, wohin die Reise
gehen soll.
Am Bremer Bündnis gegen Sozialkahlschlag und Bildungsabbau sind Aktivistinnen und Aktivisten aus verschiedensten Bereichen aus sozialen Projekten, Gewerkschafts- und Friedensbewegung, Erwerbsloseninitiativen, politischen Organisationen und Einzelpersonen beteiligt. Näheres entnehmen Sie der Website des Bündnisses.
Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung
Mit freundlichem Gruß
Jürgen Willner