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Sozialplenum Bremen
Das
Sozialplenum Bremen - früher „Bündnis gegen Sozialkahlschlag
und Bildungsabbau“ - gibt es seit 2003. Seitdem haben wir als
Aktionsbündnis verschiedener sozialer Initiativen, politischer
Gruppen und vieler Einzelpersonen mehrere Demonstrationen (bis
zum Agenturschluss im Januar 2005 auch die Bremer Montagsdemonstrationen),
Aktionen und Veranstaltungen organisiert.
In unserer praktischen und theoretischen Arbeit sind wir nicht bei „Weg
mit Hartz IV“ stehen geblieben. Wir wissen, dass hinter der Agenda 2010
ein umfassender Angriff auf die Lebensverhältnisse der meisten Menschen
und eine beschleunigte Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von
unten nach oben stehen. Der Kahlschlag bei den sozialen Leistungen wird
von der jeweiligen Regierung unter dem Druck kapitalistischer Interessen
durchgeführt. Schikanen, Kontrolle und Arbeitszwang, die für SozialhilfeempfängerInnen und AsylbewerberInnen schon lange gelten, sind
mit Hartz IV auf breitere Teile der Bevölkerung ausgeweitet und massiv
verschärft worden. Auch die noch Beschäftigten spüren den Druck auf Löhne,
Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen. Niedriglohn und ungesicherte
Arbeitsverhältnisse greifen immer mehr um sich.
Alle, die von ihrer Erwerbsarbeit leben müssen, haben vor Augen, dass
ihnen bei Verlust ihres Arbeitsplatzes krasse Armut, schikanöse
Disziplinierungen und verschärfte Kontrolle durch die Arbeitsagenturen
drohen. Das ist der politische Sinn der Hartz-Gesetze.
Das kapitalistische System beruht auf Ausbeutung, Profit und Konkurrenz.
Es produziert deshalb notwendig Unterdrückung, Krieg und Elend bei uns und
weltweit. Das private Eigentum an den großen Industrie-, Energie-,
Dienstleistungs- und Sozialkonzernen und Banken verhindert es, die
gesellschaftliche Produktivität im Sinne aller Menschen zu nutzen. Das
wird so lange weiter gehen, bis wir die nötigen Kräfte entwickeln, unsere
Interessen gemeinsam durchzusetzen. Beispiele für Widerstand gibt es hier
und in anderen Ländern, aber die nötige massenhafte Gegenwehr fehlt noch.
Die bisherigen Leistungen des „Sozialstaats“ waren auch nicht geschenkt,
sondern wurden von einer starken ArbeiterInnen-bewegung erkämpft. Die
Vorstellung eines „sozialstaatlich gezähmten“ Kapitalismus ist eine
Illusion, die zerplatzt ist: Ausbeutung und Ausplünderung der Menschen und
der Natur waren seine Grundlagen, hier und besonders in der Dritten Welt.
Unser grundlegendes Ziel ist eine Gesellschaft frei von Ausbeutung und
Unterdrückung für ALLE Menschen weltweit, in der sie - unabhängig von
Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft - ihre Geschicke selbst in die Hand
nehmen. Die ökonomischen Verhältnisse dafür sind reif und mit weniger
wollen wir uns nicht zufrieden geben.
Folgende drei –zusammenhängenden!- Kernforderungen halten wir für
geeignet, soziale Kämpfe zu einen und Übergangsperspektiven zu entwickeln:
-
Umverteilung aller vorhandenen Arbeit - auch
der „Nicht-Lohnarbeit“
-
Radikale Arbeitszeitverkürzung
-
Bedingungsloses Existenzgeld für alle
Forderungen nach (Lohn-)Arbeit um jeden Preis
und zu allen Bedingungen zum Wohle des Profits lehnen wir ab. Arbeit ist
für uns kein Selbstzweck unabhängig von Sinn und Notwendigkeit - wer
braucht überflüssige oder schädliche Produkte? Arbeit ist auch der große
Anteil nicht bezahlter Tätigkeiten, die im Zusammenleben der Menschen
notwendig und sinnvoll sind. Das Recht von Menschen auf ein würdiges Leben
ist nicht abhängig von ihrer „Nützlichkeit“.
Wir halten eine basis- und bewegungsorientierte Ausrichtung unserer
Aktivitäten für entscheidend, wollen wir nicht in den Mühlen der
Parlamente untergehen. Formen von Selbstorganisation und
gesellschaftlicher Gegenmacht müssen entwickelt werden. Nur sie werden
überhaupt erst eine andere Welt möglich machen!
Wir freuen uns über engagierte Mitarbeit von weiteren Menschen und
Gruppen.
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Seit
dem 17. Januar 2005 - im Anschluss an eine kritische Auswertung der
Montagsdemonstrationen und der Agenturschlussaktion - organisiert das Bündnis
nicht mehr die Montagsdemos.
Stellungnahme zur Trennung von der Organisation Montagsdemo
Beteiligte Mitglieder aus anderen
Organisationen
Schwerpunkt unsere Arbeit bleibt der Widerstand gegen Hartz IV und
Agenda 2010, konkreter auch Alg II und 1-€ Jobs, die studentischen Proteste
gegen Studiengebühren!
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