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das Sozialplenum Bremen veranstaltet
und diskutiert mit
(Oktober 2006 bis Februar 2007) :
Bedingungsloses Grundeinkommen
statt Ausgrenzung und Ausbeutung?
Veranstaltungsreihe zu Grundeinkommen und Perspektiven
sozialer Sicherheit
Flyer als pdf
„Das Bedingungslose Grundeinkommen
ist ein sozioökonomisches Modell, in dem jeder Mensch, unabhängig von
Einkommen, Lebensalter und von Arbeits- bzw. Tätigkeitseinsatz, einen
gesetzlichen Anspruch auf eine die Existenz und Teilhabe sichernde
finanzielle Grundsicherung durch den Staat bzw. das politische Gemeinwesen
hat.“ (Wikipedia)
„Ein Mensch hat ein Recht auf einen
Anteil am gesellschaftlichen Reichtum, der ihm ein Leben in Würde
ermöglicht, einfach weil er ein Mensch ist ohne irgendeine Vorbedingung
und Vorleistung.“ (Wilhelm Nestle)
Wir leben mit prekären
Arbeitsverhältnissen und mit unsicheren Existenzbedingungen. Arbeit –
Existenz – Leben. Wie muss Arbeit gestaltet sein, damit ein Mensch ein
gutes Lebenführen kann? Ist eine bedingungslose finanzielle Grundsicherung
ein Stein im Mosaik des guten Lebens? Was bedeutet “bedingungslos”? Keiner
tut mehr was, niemand arbeitet mehr? Alle wollen Teilhaben – aber keiner
tut was für die Gesellschaft, die ihm ein gutes Leben ermöglicht?
Was bedeutet gesellschaftliche
Teilhabe für ein würdiges Leben? Eine Gesellschaft an der ich teilhaben
will, will ich auch gestalten. Gestalten bedeutet, Verantwortung zu
übernehmen. Kann oder muss der oder die Einzelne Verantwortung für die
Gesellschaft übernehmen, um ein würdiges leben zu führen? Soll
Verantwortung übernehmen tatsächlich bedeuten, von 345 Euro im Monat leben
zu müssen und als Ein-Euro-Jobber Spargel zu stechen? Last but not least,
ist ein bedingungsloses Grundeinkommen finanzierbar? Es ist doch nie genug
Geld da – oder ist es doch eine Frage der Verteilung? Diese Fragen – und
andere, die sich noch ergeben – wollen wir mit interessierten Menschen
diskutieren. Deshalb laden wir herzlich zu dieser Veranstaltungsreihe ein!
Bremer Treffen Grundeinkommen und soziale Sicherheit
VeranstalterInnen dieser Reihe:
Rosa-Luxemburg-Initiative
(Rosa-Luxemburg-Stiftung Bremen), Attac Bremen, Arbeitskreis Erwerbslose
der IG Metall, Bremer Sozialplenum, Bremer Treffen Grundeinkommen und
soziale Sicherheit.
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Mittwoch, 18.10.2006 19 Uhr, Villa Ichon
Prekäres Leben – garantiertes Einkommen. Bedingungsloses Existenzgeld und das Leben mit und ohne Arbeit
Vortrag und Diskussion mit Dirk Hauer und Martin Dieckmann
Die Frage eines garantierten Einkommens geht nicht nur
Menschen etwas an, die aktuell von Erwerbslosigkeit und unregelmäßigen Niedriglohn-Jobs
betroffen sind. Der Anteil der Beschäftigten, deren Existenz schon heute oder in naher
Zukunft ungesichert (prekär) ist, nimmt aufgrund der dramatischen Veränderungen in der
Arbeitswelt schnell zu, besonders bei jungen Menschen. Vom Absturz in eine prekäre Existenz oder
Armut sind fast alle bedroht, solange wachsender Konkurrenzdruck, Leistungsverdichtung
und Arbeitsplatzvernichtung das Arbeitsleben bestimmen.
Die Referenten gehen auf die Bedeutung eines
bedingungslosen Existenzgeldes für Menschen mit und ohne Arbeit ein - auch im Spannungsverhältnis zur
Forderung nach Mindestlöhnen. Es wird auch um die Anstrengungen gehen, die nötig sein
werden, um eine Arbeitswelt durchzusetzen, die im Interesse der Menschen und nicht der Erzielung von
Profit ist.
Dirk Hauer
ist aktiv u.a. in der Sozialpolitischen
Opposition Hamburg, Martin Dieckmann ist Gewerkschaftssekretär beim ver.di-Bundesvorstand.
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Donnerstag, 16.11.2006 19 Uhr, Paradox
Die Autoritäre Lohngesellschaft und ihr Menschenbild
Vortrag und Diskussion mit Robert Ulmer
Warum findet der Vorschlag eines bedingungslosen
Grundeinkommens in der heutigen Gesellschaft keinen massenhaften Zuspruch? Der Grund liegt
in der heutigen Arbeitsgesellschaft. Der Druck sowohl auf Arbeitende als
auch auf Arbeitslose wird ständig erhöht, obwohl immer weniger Arbeitsplätze zur Verfügung
stehen. Dies befördert nicht nur die Konkurrenz der Lohnabhängigen untereinander, sondern
auch eine Einstellung, welche jegliche „unverdiente“ Leistung und ihre EmpfängerInnen des
Schmarotzertums beschimpft. Nur wer arbeitet soll auch essen lautet die Losung der
BefürworterInnen des lohnzentrierten Systems. Der Devise „nur wer arbeitet bekommt Geld“ soll
eine Logik der Ermöglichung gegenübergestellt werden. Alle bekommen ein Grundeinkommen, um in der Lage
zu sein, tätig zu werden. In dieser Veranstaltung soll es um unsere
Lohngesellschaft und ihr Menschenbild gehen und auf die emanzipativen Chancen eines
Grundeinkommens eingegangen werden.
Robert Ulmer, Berlin, Sprecher des Netzwerks
Grundeinkommen, Initiative "Anders Arbeiten - oder gar nicht"; Schwerpunkte: Kritik der Arbeit,
Legitimierung unverdienter Einkommen.
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Donnerstag, 07.12.2006 19 Uhr, Konsul
Hackfeld Haus, großer Clubraum
Alternativen zum Arbeitszwang? – Gesellschaftliche Einordnung von Konzepten für ein Grundeinkommen
Vortrag und Diskussion mit Christine Hoffmann (angefragt)
und Ronald Blaschke
Es gibt unterschiedliche Modelle und auch Motivationen für
ein Grundeinkommen. Wie begründen ChristInnen, z.B. AnhängerInnen der katholischen
Soziallehre im weitesten Sinne, Ihre Vorstellungen und ihre Konzepte?
Die zweite Frage ist spezieller: Sowohl BDKJ wie KAB gehen
in den vorliegenden Papieren nicht von einem bedingungslosem Grundeinkommen aus,
sondern verbinden mit diesem Konditionen wie ehrenamtliche Arbeit, Hausarbeit, sozialem
Engagement etc. Dafür gibt es gute Gründe, die aber in der linken Diskussion strittig
sind: Den einen geht es beim bedingungslosem Grundeinkommen um die Überwindundung eines Arbeitszwanges,
den anderen auch um die Frage nach Übernahme von gesellschaftlicher
Verantwortung seitens der EmpfängerInnen staatlicher Leistungen.
Christine Hoffmann, Berlin, ist Referentin für
Jugendpolitik und Frauenpolitik in der BDKJ Bundesstelle, Ronald Blaschke, Dresden, ist
Sprecher des Netzwerks Grundeinkommen, sowie vom Runden Tisch der Erwerbslosenorganisationen und
Sozialhilfeinitiativen.
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Mittwoch, 17.01.2007 19 Uhr, Villa Ichon
Bedingungsloses Grundeinkommen für alle. Unbezahlbar?
Vortrag und Diskussion mit Ute Fischer
Ist das bedingungslose Grundeinkommen nur eine
utopistische Spinnerei, weil es weit ab von jeder vernünftigen Finanzierung liegt oder ist es machbar
mit einer anderen Verteilung der bisher fließenden Mittel? Oder sind zusätzlichen Steuern
nötig? Ideen und Methoden zur Finanzierung des bedingungslosen Grundeinkommens werden
von Ute Fischer vorgetragen und wir wollen mit ihr diskutieren.
Dr. Ute L. Fischer
ist wissenschaftliche Mitarbeiterin
am Lehrstuhl für Arbeitssoziologie der Universität Dortmund. Sie ist Mitbegründerin der
Initiative „Freiheit statt Vollbeschäftigung“, die sich für ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle
Bürger einsetzt. Seit einigen Jahren arbeitet sie mit Prof. Helmut Pelzer am
Transfergrenzenmodell zur Finanzierung eines solchen Einkommens.
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Donnerstag, 22.02.2007 19 Uhr, Konsul
Hackfeld Haus
Bedingungsloses Grundeinkommen: Soziale Gerechtigkeit oder nur Träumerei von einer besseren Welt? Podiumsdiskussion mit Axel Troost, Cornelia Barth,
Johannes Steffen (angefragt), Anne Allex und Harald Rein (beide angefragt); Moderation: Lydia
Murmann
In dieser Podiumsdiskussion sollen verschiedene
Fragengestellungen aus der Veranstaltungsreihe zu Grundeinkommen und Perspektiven
sozialer Sicherheit „Bedingungsloses Grundeinkommen statt Ausgrenzung und Ausbeutung?“
zusammenfinden.
Wir wollen dabei unter anderem nach der Durchsetzbarkeit
von Modellen eines Grundeinkommens in den herrschenden Zuständen fragen. Dabei wird
sicherlich von staatlichen Widerständen, aber auch Widerständen im Bewußtsein zu
reden sein. Wie sollte mit diesen Problemen umgegangen werden? Hinweise zu möglichen
Schritten in die "richtige Richtung" und zu möglichen "begleitenden Maßnahmen" sollen bedacht
werden. Es gilt die Frage zu beantworten, welche Perspektiven für ein würdevolles
Zusammenleben wir anstreben und ob sich Reichtum und Armut auch in Zukunft gegenseitig
bedingen müssen. Wir wollen grundsätzlichen Einwänden gegen die Forderung nach einem Grundeinkommen
hierbei Platz einräumen, um damit offene Fragen aufzuzeigen. – Es geht nicht um die
Lösung aller Widersprüche. Es geht darum, mit dem Finden von Lösungen anzufangen.
Dr. Axel Troost, MdB Die Linke, WASG-Bundesvorstand,
Memorandum-Gruppe; Cornelia Barth, Sozialarbeiterin, Landesvorstand Linkspartei Bremen;
Dr. Johannes Steffen, Referent für Sozialpolitik der Arbeitnehmerkammer Bremen;
Anne Allex und Dr. Harald Rein, Runder Tisch der Erwerbslosenorganisationen und Sozialhilfeinitiativen; Moderation:
Prof. Dr. Lydia Murmann, Universität
Hamburg, FB Erziehungswissenschaft
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Weitere Informationen zum Thema Grundeinkommen und Existenzgeld unter:
ext. Link
http://www.labournet.de/diskussion/arbeit/existenz/index.html
ext. Link
http://www.archiv-grundeinkommen.de/
ext. Link:
Grundeinkommen statt gruseliger Grundsicherung
erschienen in express
4/2005
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